Bad Muskau

Bad Muskau Der exzentrische Hermann Fürst von Pückler-Muskau hat in seiner Heimatstadt einen wundervollen Landschaftspark in den Neißeauen geschaffen, der zum UNESCO-Weltkukturerbe gehört.
Die 750 ha große Anlage verbindet auf einzigartige Weise
die deutsche und polnische Seite miteinander. Zudem machen zwei Schlösser und die von Gottfried Semper entworfene Orangerie einen Besuch in der Kurstadt unvergesslich.

Geschichte
- Mužakow (aus dem Sorbischen, etwa „Männerstadt“) wurde an 
  der Stelle einer slawischen Fluchtburg als günstig an der Neiße gelegener Handels- und Manufakturplatz
  im 13. Jahrhundert im Zuge der deutschen Kolonialisation neu gegründet
- Einen sehr stark zurückgegangenen Teil der Bevölkerung stellen bis heute die Sorben,
  in und um Muskau wurde der Muskauer Dialekt gesprochen
- Heute ist das Sorbische – theoretisch, jedoch nicht faktisch – zweite Amtssprache
- 1766 brannte in dem folgenreichen Zornfeuer fast die ganze Stadt ab
- Im 18. Jahrhundert war Muskauer Töpferware weit verbreitet
- Im 19. Jahrhundert wurden um die Stadt herum Braunkohle und die seltenen Alaun-Vorkommen
  des Muskauer Faltenbogens abgebaut
- Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt durch Artilleriefeuer der über die Neiße drängenden
  Sowjetarmee und der 2. Polnischen Armee stark zerstört
- Im Herbst 1945 fielen das Schloss und große Teile der Stadt einem Brand zum Opfer
- Muskau ist mit Ausnahme der Stadtkirche, der sorbischen St.-Andreas-Kirche und des Rathauses weitgehend
  wieder aufgebaut
- An die Endphase des Krieges erinnert ein sowjetisches Ehrenmal

Sehenswürdigkeiten
Fürst-Pückler-Park - Wohlüberlegte, dem Besucher immer wieder aus dem Blick rückende Wege und überraschende Sichtachsen gehören zu den  
Grundelementen in Pücklers Landschaftspark, durch ihn hat Bad Muskau weltweit Bekanntheit erlangt. Inzwischen ist er, gemeinsam mit dem in Polen befindlichen Teil, von der UNESCO in das Welterbe aufgenommen worden.

- Altes Schloss“, im 16. Jahrhundert als Torhaus des Schlosses im Renaissancestil errichtet
- „Neues Schloss“ des Fürsten Pückler, erbaut von 1646 bis 1653 als barocke Dreiflügelanlage, 1864 bis 1866
   im Neorenaissancestil aufwändig neugestaltet, 1945 zerstört, zwischen 1995 und 2011 wiederaufgebaut
- Orangerie im Schlosspark, 1844 von Ludwig Persius erbaut
- Historische Gasse „Schmelze“
- Evangelische Jakobuskirche, erbaut 1595, 1855 vollständig erneuert und mit Turm versehen
- Katholische Kirche, Backsteinbau mit Turm, errichtet im Rundbogenstil von 1870 bis 1873
- Ruine der Bergschen Kirche im Bergpark über Bad Muskau, restaurierter Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert
- Historisches Botanisches Winterhaus Pücklers
- Selbstentworfenes Haus des Dichters und Komponisten Leopold Schefer
- Holzbau des Sanatoriums Hermannsbad aus dem 19. Jahrhundert
- Turmvilla und Villa Caroline aus dem 19. Jahrhundert mit Seminarhaus, Restaurant, Jugend- und Kulturprojekt
- Kino Bad Muskau, 1939 erbaut